{"id":16655,"date":"2023-02-24T16:55:09","date_gmt":"2023-02-24T16:55:09","guid":{"rendered":"https:\/\/hgw.bayern\/?p=16655"},"modified":"2023-02-27T19:56:12","modified_gmt":"2023-02-27T19:56:12","slug":"vorhang-auf-am-hgw-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hgw.bayern\/?p=16655","title":{"rendered":"VORHANG AUF! am HGW"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Neue Werkb\u00fchne M\u00fcnchen pr\u00e4sentiert f\u00fcr die 10. Jahrgangsstufe<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Gotthold Ephraim Lessings \u201eNathan der Weise\u201c<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Jerusalem im Jahre 1192 &#8211; die heilige Stadt ist von den Osmanen erobert, Jerusalem wird von Sultan Saladin regiert. In diese unruhige Zeit des dritten Kreuzzuges versetzt uns der Autor Gotthold Ephraim Lessing mit seinem 1783 entstandenen Drama \u201eNathan der Weise\u201c, das die Neue Werkb\u00fchne M\u00fcnchen den 10. Klassen am 9. 2. 2023 in der Aula des HGW darbot.<\/p>\n<p>Nathan, ein reicher j\u00fcdischer Kaufmann, ist gerade von einer Gesch\u00e4ftsreise zur\u00fcckgekehrt, als er erfahren muss, dass seine Tochter Recha von einem Templer vor dem Feuertod gerettet worden ist. Dieser Tempelherr, ein Angeh\u00f6riger eines christlichen Ritterordens, verdankt selbst sein Leben der unerwarteten Begnadigung durch Sultan Saladin, dessen verschollenem Bruder er sehr \u00e4hnlich sieht. Da der Sultan einen sorglosen Umgang mit Geld pflegt und st\u00e4ndig in Geldn\u00f6ten ist, will er die sagenumwobene Freigebigkeit des Nathan auf die Probe stellen. Er l\u00e4sst Nathan zu sich kommen und versucht ihn durch die Frage nach der wahren Religion in Bedr\u00e4ngnis zu bringen. Damit glaubt er ihn erpressbar zu machen. Doch der weise Nathan l\u00e4sst sich nicht in die Falle locken. Mit seiner ber\u00fchmten \u201eRingparabel\u201c gibt er ihm eine Antwort, die ihn v\u00f6llig aus dem Konzept bringt und ihn zwingt, seine eigene Position zu \u00fcberdenken: Keine der drei gro\u00dfen Religionen darf von sich behaupten, die wahre zu sein. Einen Wettstreit unter den Religionen soll es aber dennoch geben:<\/p>\n<p>\u201eEs eifre jeder seiner unbestochnen, Von Vorurteilen freien Liebe nach!\u201c<\/p>\n<p>(V. 2041 f.)<\/p>\n<p>Nicht der Streit um den Wahrheitsgehalt von Religionen, sondern in der N\u00e4chstenliebe ist gefordert. So kommt es nach einigen Wirrungen am Ende zu einem Happy End, in dem alle als Menschheitsfamilie vereint sind. Eine Utopie, die auch Lessing sich zu seinen Lebzeiten nur ertr\u00e4umen konnte, was ihn aber nicht davon abhielt, mit seinen Werken erzieherisch wirken zu wollen.<\/p>\n<p>Diesem p\u00e4dagogischen Ethos hatte sich auch das Theaterensemble der Neuen Werkb\u00fchne M\u00fcnchen verschrieben, das dieses Drama engagiert und voller Pathos inszenierte. Trotz enormer K\u00fcrzungen des Originaltextes gelang es, den Charakter der Sprache Lessings zu erhalten und den Inhalt des St\u00fcckes auf den Gedanken der Wahrheitssuche und der Toleranz zu fokussieren. Dass dieses Werk von geradezu frappierender Aktualit\u00e4t ist, wurde den Zuschauern durch jeweils zwei aus dem Hintergrund hervortretenden Erz\u00e4hlern eindringlich vor Augen gef\u00fchrt, die Informationstexte zu Religionen und Religionskonflikten in Vergangenheit und Gegenwart vortrugen und dadurch den Handlungsfluss unterbrachen. Durch geschickt eingesetzte Lichttechnik &#8211; w\u00e4hrend der Ansprache der Erz\u00e4hler \u201everschwinden\u201c die Figuren im Dunkeln, die Erz\u00e4hler treten in den Fokus &#8211; entstand so auf der B\u00fchne ein neuer Raum. Auch durch das B\u00fchnenbild, das einerseits in die Zeit des 12. Jahrhunderts zur\u00fcckversetzt, aber andererseits auch Anspielungen auf den gegenw\u00e4rtigen Religionskonflikt zwischen Juden und Pal\u00e4stinensern in Israel enth\u00e4lt, wird eine Br\u00fccke in die Gegenwart geschlagen.<\/p>\n<p>Die durchaus gelungene Inszenierung l\u00e4sst aber doch einen Wunsch offen: Zwar kann \u00a0durch die K\u00fcrze des St\u00fcckes die Kernaussage von Lessings Drama deutlicher hervortreten, dies hat aber den Nachteil, dass die Frauenfiguren in dieser Bearbeitung nur eine geringe Rolle spielen. Ausschlie\u00dflich Daja erh\u00e4lt einen nennenswerten Raum, Recha dagegen bekommt nur zwei kleine Auftritte und die einzig wirklich \u201estarke\u201c Frau &#8211; die Schwester Saladins &#8211; wurde g\u00e4nzlich gestrichen. Ein kleiner Wermutstropfen in einer ansonsten beeindruckenden Auff\u00fchrung!<\/p>\n<p><strong>Der Dank der Fachschaft Deutsch geht an den Elternbeirat, der diese Veranstaltung gro\u00dfz\u00fcgig unterst\u00fctzt hat!<\/strong><\/p>\n<p>Hier noch einige Stimmen unserer Sch\u00fclerInnen der 10. Jahrgangsstufe:<\/p>\n<p><em>\u201eIch fand das Theater ganz cool. Es hat etwas zum Verst\u00e4ndnis des St\u00fcckes beigetragen. Leider war es zu kurz.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDas St\u00fcck wurde angemessen auf die vorgegebene Zeit gek\u00fcrzt und die Darsteller haben die Charaktere gut dargestellt. Die informierenden Einschnitte fand ich gut, auch wenn ich denke, dass die meisten die Infos schon wussten.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDie Theaterauff\u00fchrung \u201eNathan der Weise\u201c war eine sch\u00f6ne Abwechslung zum Unterricht. Nat\u00fcrlich ist es viel sch\u00f6ner, wenn man ein St\u00fcck, das f\u00fcr die B\u00fchne geschrieben wurde, auch tats\u00e4chlich auf einer B\u00fchne sieht. Leider war das St\u00fcck etwas kurz und manche Charaktere und Handlungsstr\u00e4nge wurden sogar vollst\u00e4ndig weggelassen. Die Einsch\u00fcbe, die die Theatergruppe hinzuf\u00fcgte, waren zwar informativ, aber manchmal etwas \u00fcberfl\u00fcssig. Letztendlich w\u00fcrde ich die Erfahrung als eher positiv bewerten, auch wenn sie &#8211; meiner Meinung nach &#8211; noch besser h\u00e4tte sein k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><em>\u201eIch fand die Inszenierung des St\u00fcckes lehrreich. Sie hat mir zum Verst\u00e4ndnis des Werkes sehr geholfen.\u201c\u00a0 <\/em><\/p>\n<p><em> <a href=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-2-Klosterbruder-und-Tempelherr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-16657\" src=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-2-Klosterbruder-und-Tempelherr-1024x831.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"536\" srcset=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-2-Klosterbruder-und-Tempelherr-1024x831.jpg 1024w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-2-Klosterbruder-und-Tempelherr-300x243.jpg 300w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-2-Klosterbruder-und-Tempelherr-768x623.jpg 768w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-2-Klosterbruder-und-Tempelherr-1536x1246.jpg 1536w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-2-Klosterbruder-und-Tempelherr.jpg 1607w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-3-Daja-und-Tempelherr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-16658\" src=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-3-Daja-und-Tempelherr-1024x754.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"486\" srcset=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-3-Daja-und-Tempelherr-1024x754.jpg 1024w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-3-Daja-und-Tempelherr-300x221.jpg 300w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-3-Daja-und-Tempelherr-768x565.jpg 768w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-3-Daja-und-Tempelherr-1536x1131.jpg 1536w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-3-Daja-und-Tempelherr.jpg 1687w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-6-Nathan-und-Saladin-die-Ringparabel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-16659\" src=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-6-Nathan-und-Saladin-die-Ringparabel-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"495\" srcset=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-6-Nathan-und-Saladin-die-Ringparabel-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-6-Nathan-und-Saladin-die-Ringparabel-300x225.jpg 300w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-6-Nathan-und-Saladin-die-Ringparabel-768x576.jpg 768w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-6-Nathan-und-Saladin-die-Ringparabel-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-6-Nathan-und-Saladin-die-Ringparabel.jpg 1672w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-8-Das-Finale-Nathan.-Tempelherr-Recha-und-Saladin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-16660\" src=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-8-Das-Finale-Nathan.-Tempelherr-Recha-und-Saladin-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"495\" srcset=\"https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-8-Das-Finale-Nathan.-Tempelherr-Recha-und-Saladin-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-8-Das-Finale-Nathan.-Tempelherr-Recha-und-Saladin-300x225.jpg 300w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-8-Das-Finale-Nathan.-Tempelherr-Recha-und-Saladin-768x576.jpg 768w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-8-Das-Finale-Nathan.-Tempelherr-Recha-und-Saladin-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/hgw.bayern\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bild-8-Das-Finale-Nathan.-Tempelherr-Recha-und-Saladin.jpg 1672w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Neue Werkb\u00fchne M\u00fcnchen pr\u00e4sentiert f\u00fcr die 10. 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