45 Schülerinnen und Schüler der Klassen 10b und 10d sowie vier Lehrkräfte (doll, gusu, prob, symk) wurden von Olli dem Busfahrer (Begeisterung!!!) in der letzten Märzwoche komfortabel nach Berlin (und am Freitag natürlich wieder zurück) kutschiert. Ereignisreiche Tage lagen vor (und liegen nun leider hinter) uns. Schon das schulische Programm hatte es in sich: In Mödlareuth (auch bekannt als Klein-Berlin) kamen wir auf der Hinfahrt mit der deutsch-deutschen Teilung im Kleinformat in Berührung und erweiterten diese Perspektive abends beim Spaziergang bis zum Brandenburger Tor.
Die Stadtrundfahrt am Dienstag vermittelte viele Eindrücke von der geteilten Stadt und wesentlichen Hot Spots (Botschaften, Schloss Bellevue, Alex, Eastside Gallery, Check Point Charly, Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße, …). Der Abend war dem Bundestag, dem MdB für Pfaffenhofen und Freising Christian Moser und der beeindruckenden Kuppel gewidmet. Beim einführenden Vortrag auf der Besuchertribüne 1 erfuhren wir auch, dass unsere Schutzbefohlenen deutlich mehr Grips in der Birne haben als andere (Zitat von Tribüne 2: „Warum schimmelt die Bundesflagge nicht, wenn die noch von Adenauer ist?“) und sich dem Ort entsprechend benehmen können.
Am nächsten Tag standen im Humboldtforum die Themen Klimawandel und Kolonialismus an. In drei Gruppen war nach den aufschlussreichen Vorträgen leider nicht genug Zeit, um es wirklich zu erkunden. Von der kolonialen Vergangenheit ging es danach in die mediale Gegenwart, wo wir im ZDF-Hauptstadtstudio Einblicke in die vielfältigen Arbeitsfelder und komplexen Abläufe eines öffentlich-rechtlichen Senders erhielten.
Am Denkmal für die ermordeten Juden Europas gestalteten einige SuS am Donnerstag eine sehr interessante Führung, bevor uns in der Topographie des Terrors punktuell und dafür besonders intensiv der Alltag in Nazideutschland nahegebracht wurde. Fazit: Man hat immer eine Wahl! All in besuchten wir abends trotz inzwischen zweier verletzter Füße die Blinded by Delight-Show im Friedrichstadtpalast vollzählig und beeindruckt.
Das Stasigefängnis Hohenschönhausen bildete Freitagmorgen den Abschluss. In zwei Gruppen tauchten wir in die DDR-Vergangenheit ein – entsetzt darüber, zu wieviel Perfidität Menschen in der Lage sind.
In der frei verfügbaren Zeit wurde Berlin auf eigene Faust erkundet: das Neue Museum, in dem niemand tat, was Nofre(nicht)tete, die Naturkundliche Sammlung, der Berliner Dom, Currywurst, ein riskantes Bällebad mit Fotospot (Krücken sind wenigstens ein außergewöhnliches Andenken), Orientierung in Öffis und einer Stadt, die nur geringfügig größer ist als Wolnzach, Blick über Berlin vom Alex, Running Sushi (aus dem man die Teilnehmer nach eigener Aussage herausrollen musste), Besuch im Dungeon, um Berlins Geschichte ganz anders zu erleben und, und, und
Eine spannende Woche mit einer wirklich tollen, interessierten, lustigen und zuverlässigen Reisegruppe!
Tanja Schymkowitz




