Ein Kunstraub, eine aufgebrachte Schülerin und zwei ziemlich tollpatschige Diebe: Bei „Alors on France ?“ war einiges geboten! Das Berliner Paillette Theater verwandelte unsere Aula in eine Pariser Bühne und nahm die Französischlernenden der Jahrgangsstufen 9 und 10 sowie 11 bis 13 bei zwei Vorstellungen auf unterschiedlichem Sprachniveau mit auf eine etwas andere Entdeckungstour durch die französische Hauptstadt.
Im Mittelpunkt des Stücks stehen der Pariser Stadtführer Jules, der einer deutschen Schulklasse die Stadt zeigt, und die Berliner Journalistin Jo, die eine Reportage über Raubkunst vorbereitet. Im Louvre kreuzen sich ihre Wege. Doch dann gerät die Klassenfahrt aus dem Ruder: Die Schülerin Noémie beschädigt aus Protest gegen die Ausbeutung der Kolonien ein wertvolles Kunstwerk und löst damit einen Skandal aus. Während Jules zunehmend die Kontrolle über seine Klasse verliert, sorgen zwei ungeschickte Diebe, die verdächtig an die Täter des Louvre-Einbruchs vom Oktober 2025 erinnern, für zusätzliche Verwirrung. Als Jules schließlich auch noch in Jos Fernsehsendung zum Thema Raubkunst landet, ist das Chaos perfekt!
Mit rasanten Rollenwechseln und dynamischem deutsch-französischem Schlagabtausch, bekannten Chansons und einem Abstecher ins Moulin Rouge sorgte das Ensemble für beste Unterhaltung. Auch gängige Frankreich-Klischees – von Schnecken und Crêpes bis zur angeblichen Arroganz der Pariser Kellner – kamen dabei nicht zu kurz.
Doch zwischen Cancan und Comedy wurde es durchaus ernst: Vom Raub der Mona Lisa über Kunstschätze aus der Kolonialzeit bis hin zum Louvre-Einbruch im Oktober 2025 spannte das Stück einen Bogen zur Frage, wem Kunst eigentlich gehört. So verband die Aufführung lebendiges Französisch mit einem Blick auf Geschichte und aktuelle gesellschaftliche Debatten.
Unterhaltsames Theater, lebendiges Französisch und Denkanstöße über die Bühne hinaus – merci beaucoup, Paillette!


