Ich heiße Raphael, ich bin 15 Jahre alt und mache einen dreimonatigen Austausch am Hallertau-Gymnasium Wolnzach. Ich wohne in Nantes in Frankreich und mache dort das AbiBac an einem Lycée in der 10. Klasse. Im AbiBac habe ich sechs Stunden Deutsch pro Woche und außerdem sechs Stunden Geschichte und Geografie auf Deutsch. In der Terminale (12. Klasse) werde ich das französische Abitur (Bac) und gleichzeitig das deutsche Abitur machen.

Ich habe diesen Austausch gemacht, weil ich mein Deutsch verbessern möchte. Seit ich in Deutschland bin, kann ich viel besser Deutsch sprechen, verstehen und schreiben. Durch diesen Austausch werde ich besser auf die nächsten zwei Jahre vorbereitet. Ein Austausch in ein anderes Land kann sehr gut sein, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern und neue Kulturen zu entdecken.

Im Rahmen meines Aufenthalts habe ich ein Interview gegeben, in dem ich meine Erfahrungen in verschiedenen Bereichen genauer beschrieben habe.

Zur Schule – Wie unterscheidet sich der Unterricht hier von dem in Frankreich?
Ich fand es seltsam, aber sehr gut, dass der Unterricht hier früher endet als in Frankreich. In Frankreich endet der Unterricht oft erst um 17 Uhr, deshalb sind die Tage dort schwieriger. Außerdem sind die Unterrichtsstunden in Deutschland kürzer (45 Minuten), während sie in Frankreich 55 Minuten dauern.

Welche Fächer oder Unterrichtsformen gefallen dir besonders gut?
Ich mag die Fächer, die den französischen Fächern ähneln oder nicht zu kompliziert sind, wie Englisch, Mathematik und auch Bio, weil ich das interessant finde.

Gibt es etwas im deutschen Schulsystem, das dich überrascht hat?
Ich finde es komisch, dass es Religionsunterricht gibt und dass man religiöse Symbole tragen darf. In Frankreich darf man seine Religion in der Schule nicht zeigen.

 Sprache und Lernen – Wie hast du deine Deutschkenntnisse im Laufe des Aufenthalts verbessert?
Ich kann jetzt besser Deutsch schreiben und sprechen als vorher und ich verstehe auch viel besser, was ich lese. Vor dem Austausch konnte ich keine richtigen Sätze auf Deutsch bilden.

In welchen Situationen fällt dir das Sprechen auf Deutsch leicht oder schwer?
Ich finde, dass ich zu Hause besser sprechen kann als in der Schule, weil ich mir meine Sätze überlegen kann, bevor ich spreche.

Hast du Tipps für andere Schüler, die Französisch lernen?
Die gleichen Tipps wie bei mir: Man sollte Filme schauen und oft Bücher lesen. So wird das Französisch besser und auch das Verständnis.

Kultur und Austausch – Gibt es etwas aus Frankreich, das du hier vermisst?
Ich wohne in Frankreich in einer großen Stadt (Nantes), und meine Gastfamilie wohnt in einem Dorf. Deshalb vermisse ich manchmal die Atmosphäre der Stadt ein bisschen.

 Persönliche Eindrücke – Was nimmst du aus dieser Zeit für dich persönlich mit?
Ich habe sehr nette Leute kennengelernt und finde, dass die Deutschen sehr einladend sind. Ich habe auch Freunde gefunden und hoffe, dass ich mit ihnen in Kontakt bleibe.

Würdest du anderen Schülern einen Austausch empfehlen – und warum?
Ich finde, dass ein Austausch sehr schön ist und viel bringt, besonders um eine Sprache zu verbessern und neue Kulturen kennenzulernen.

Das Interview führte Fr. Schmid